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Drei Tage intensive Begegnung in Nürnberg

Der dritte IPPNW-Kongress Medizin und Gewissen

Vom 20. bis 22. Oktober fand in Nürnberg der dritte Kongress “Medizin und Gewissen” statt. Die rund 1.000 TeilnehmerInnen erlebten ein abwechslungsreiches Programm, das sich unter dem Titel “Zwischen Markt und Solidarität” vor allem den Folgen der zunehmenden Ökonomisierung und Kommerzialisierung für das heutige Gesundheitswesen widmete. Aber auch medizinhistorische Themen fanden auf dem Nürnberger Kongress Raum. So berichteten herausragende Persönlichkeiten wie Alice Ricciardi von Platen und Hedy Epstein vom Nürnberger Ärzteprozess 1946/47. Robert Jay Lifton und Horst Eberhard Richter bereicherten den Kongress mit ihren Beiträgen und Erfahrungen. Für viele TeilnehmerInnen wurden die drei Tage in Nürnberg so zu einem intensiven Erlebnis.

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Eine x-beliebige Wirtschaftsbranche?

Das Gesundheitswesen als Geldmaschine

Als wir uns vor zwei Jahren überlegt haben, die Kongressreihe "Medizin und Gewissen" fortzusetzen, stand das Thema sehr schnell fest. Wir wollten das Gesundheitssystem selbst zum Thema machen, den Zugang zum System, den Umfang und die Qualität der Leistungen, die darin angeboten werden; seine Finanzierung, die Rolle der Patientinnen und Patienten und auch die Arbeitssituation der Beschäftigen.

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Über Robert Jay Lifton

Notizen einer schrittweisen Annäherung

Die erste spontane Assoziation zu dem Namen Robert Jay Lifton führt i.allg. zu der Nennung seiner Publikation von 1986 mit dem Titel "The Nazi Doctors: Medical Killing and the Psychology of Genocide" - eine äußerst sorgfältige Analyse der ideologischen und tätlichen Verstrickungen der deutschen Ärzteschaft während der Zeit des NS-Unrechtsregimes.

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"An den Wochenenden musste ich weg, so schlimm war das"

Erinnerungen an den Nürnberger Ärzteprozess

Zum Interviewtermin im Grand Hotel hatte Hedy Epstein ein Stück Papier mitgebracht: Eine Essensmarke, die das Nürnberger Hotel vor 60 Jahren ausgegeben hatte. Einige Mahlzeiten waren noch nicht eingelöst. Doch das war nicht der Grund, warum die 82-Jährige das Dokument aus den USA mitgebracht hatte. Für sie ist es ein Erinnerungsstück an ihre Tätigkeit als Mitarbeiterin der Anklage im Nürnberger Ärzteprozess.

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Der Mord an psychisch kranken und behinderten Menschen

Auszüge aus dem Vortrag von Hans-Walter Schmuhl

Die Forschung der letzten fünfundzwanzig Jahre hat gezeigt, dass die Dimensionen des Massenmordes an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen noch viel größer waren, als früher angenommen wurde. Die Forschung im Gefolge des Nürnberger Ärzteprozesses erfasste nur einen Ausschnitt des furchtbaren Geschehens.

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"Lügengeschichte" Reformbedarf

Auszug aus dem Vortrag von Albrecht Müller

Seit meiner Studentenzeit und insbesondere seit meiner Arbeit als Ghostwriter des früheren Bundeswirtschaftsministers Karl Schiller beobachte ich, wie Meinung gebildet und beeinflusst wird, und wie die öffentliche Meinung wiederum die politischen Entscheidungen prägt. Ich bin dabei nolens volens zu einem Spezialisten für die Beobachtung von Manipulationsvorgängen geworden.

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Wie viel Markt ist noch gesund?

Ärzte befürworten zum Schutz der Kranken einen starken Staat

Die Liste der Absagen ist lang - und doch so etwas wie ein Gütesiegel für den Ärztekongress "Medizin und Gewissen". Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt war angefragt, ihr Abteilungsleiter Franz Knieps sollte ebenso kommen wie der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. Alle drei müssen absagen, denn in Berlin beginnt die entscheidende Woche in der Debatte um die Gesundheitsreform.

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Ungleicher Zugang zu Gesundheitsressourcen

Neuer "Cordon Sanitaire" zwischen Nord und Süd

Stichwort Vogelseuche. Die begründete Sorge um Vorbeugung war in eine Art "Hysterie" umgeschlagen, die sich perfekt in den herrschenden Sicherheitsdiskurs einfügte und es schließlich zuließ, dass zur Bekämpfung des vermeintlich unaufhaltsam aus dem Osten vordringenden Virus die Bundeswehr zum Einsatz kam. Vielleicht haben sie noch die mitunter komisch anmutenden Bilder von militärischen Straßensperren auf Rügen vor Augen, die Entschlossenheit demonstrieren sollten, aber aus gesundheitspolitischer Sicht absolut unsinnig waren.

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Zwischen Fürsorgepflicht und formalisiertem Patientenwillen

Zu den Problemen mit der Patientenverfügung

Die Räumlichkeiten für das Forum zum Thema "Instrumentalisierung ethischer Empfehlungen durch die Medizin" reichten für die vielen Interessierten kaum aus. Die Kongressteilnehmer belegten zudem durch ihre zahlreichen Nachfragen und Kommentare den großen und vielgestaltigen Diskussionsbedarf im Umgang mit Patientenverfügungen. Prof. Dr. Frank Erbguth, Chefarzt der neurologischen Abteilung des Klinikum Nürnberg (Süd), initiierte die rege Diskussion durch die Schilderung seiner persönlichen Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre zum Umgang mit intensivmedizinischer Versorgung in der Klinik.

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