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Erlangen, 14. & 15. Oktober 2011

Das Programm

Medizin und Gewissen IV

 

Freitag, 14.10.2011

19.30 – 21.30 Uhr
Eröffnungsveranstaltung
Kollegienhaus, Universitätsstraße 15, Universität Erlangen-Nürnberg


65 Jahre nach dem Nürnberger Ärzteprozess

Medizin und Gewissen - 1996 bis 2011
Stephan Kolb, IPPNW-Regionalgruppe Nürnberg - Fürth - Erlangen und Dr. Caroline Wolf, IPPNW-Arbeitskreis Medizin und Gewissen, Konstanz

Opfer nationalsozialistischer Menschenversuche und erzwungener Forschung - Zur Identifikation, Analyse und Rekonstruierung der Lebensgeschichten
Prof. Dr. Paul Weindling, Oxford Brookes University

Anschließend: Preisverleihung "The International Medical Peace Award 2011" - Perspektiven für den Kongress Medizin und Gewissen                                                 Laudatio: Prof. Matthew Happold, Universität Luxemburg

Künstlerisches Rahmenprogramm und Empfang

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5. Euro.

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Samstag, 15.10.2011   

FORUM 1: Medizin & Nationalsozialismus

09.00 – 10.30 Uhr    
Kollegienhaus, Senatssaal 1.011, Universitätsstraße 15, Erlangen

Historische Verantwortung und Erinnerungskultur I

NS-Medizin - Forschungsstand und Fragestellungen
Prof. Dr. Volker Roelcke, Institut für Geschichte der Medizin, Universität Gießen

Moderation der Diskussion: Prof. Dr. Karl-Heinz Leven, Erlangen

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10.30 – 11.00 Uhr     Kaffeepause

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11.00 – 13.00 Uhr  
Kollegienhaus, Senatssaal 1.011, Universitätsstraße 15, Erlangen


Historische Verantwortung und Erinnerungskultur II

NS-Medizin - Erinnerung und Verantwortung
Prof. Dr. Wolfgang U. Eckart, Institut für Geschichte der Medizin, Universität Heidelberg

Moderation der Diskussion: Prof. Dr. Andreas Frewer, Erlangen

Podiumsdiskussion unter Leitung von Prof. Renate Wittern-Sterzel, Erlangen: NS-Medizin – Herausforderungen und Perspektiven
Prof. Eckart, Prof. Roelcke, Dr. Schwoch, Prof. Weindling

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13.00 – 14.30 Uhr        Mittagspause für alle drei Foren

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14.30 – 16.00 Uhr       

Workshop 1 „von Platen“:

„Euthanasie“: Neuere Forschung, Opferorientierung und Gedenkkultur
Dr. Petra Fuchs (Heidelberg), Philipp Rauh, M.A. (Erlangen)

Workshop 2 „Mitscherlich/Mielke“:

Neue Unfähigkeit zu erinnern? Zur Auseinandersetzung mit dem Erbe der NS-Medizin
Dr. Tobias Freimüller (Jena), Dr. Rebecca Schwoch (Berlin), Dr. Florian Bruns (Erlangen)

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16.00 – 16.30 Uhr    Kaffeepause

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Samstag, 15.10.2011

FORUM 2: Perspektive Gesundheitswesen 

09.00 – 10.30 Uhr
Kollegienhaus, Raum 1.019, Universitätsstraße 15, Erlangen


Zur Einflussnahme der pharmazeutischen Industrie

marketing-based medicine?
Was geschehen muss, damit medizinisches Handeln auf nützliche und vertrauenswürdige Forschungsergebnisse bauen kann
Prof. Dr. David Klemperer, Hochschule Regensburg

Moderation der Diskussion: Dr. Horst Seithe, Nürnberg

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10.30 – 11.00 Uhr Kaffeepause

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11.00 – 13.00 Uhr


Konkrete Maßnahmen der Einflussnahme

Wem keine neuen Produkte einfallen, der kauft den ganzen Laden – Einflussnahme der Industrie auf Versorgungssysteme
Dr. Wolfgang Wodarg, Transparency International, Berlin

Werbung für rezeptpflichtige Arzneimittel – DTC-Marketing in Europa
Hedwig Diekwisch, BUKO Pharma-Kampagne, Bielefeld

Moderation der Diskussion: Dr. Joachim Both, Berlin


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13.00 – 14.30 Uhr        Mittagspause für alle drei Foren

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14.30 – 16.00 Uhr

Workshop 1 "Arztpraxis":

PharmareferentInnen ein erfolgreiches Werbeinstrument der Industrie
Thomas Lindner, Mezis Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, Hennigsdorf

Workshop 2 "Studium":

Advert Retard Wahlpflichtkurs zur Beeinflussung durch die Pharmaindustrie
Dr. Peter Tinnemann und Matthias Hoheisel, Charité Universitätsmedizin Berlin

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16.00 - 16.30 Uhr         Kaffeepause

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Samstag, 15.10.2011   

FORUM 3: Medizin & Menschenrechte (englisch/deutsch)

09.00 – 10.30 Uhr    
Kollegienhaus, Raum 1.016, Universitätsstraße 15, Erlangen


Verantwortung der Gesundheitsberufe bei Krieg und Gewalt


Wie medizinische Daten internationale Friedenskampagnen befördern

Dr. Robin Coupland, Internationales Kommitee des Roten Kreuzes, Genf

Moderation der Diskussion: Dr. Klaus Melf, Tromsø
                
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10.30 – 11.00 Uhr     Kaffeepause

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11.00 – 13.00 Uhr  


Traumatisierung - Diagnostik, Therapie, Begleitung, Strafverfolgung

Entstehung und praktische Bedeutung des Istanbul-Protokolls zur Erkennung und Dokumentation von Folterfolgen
Prof. Dr. Sebnem Korur Fincanci, Türkische Menschenrechtsstiftung Istanbul

Sexualisierte Gewalt- die systematische Traumatisierung von Frauen und Mädchen im Krieg
Dr. Monika Hauser, medica mondiale, Köln

Moderation der Diskussion: Dr. Gisela Penteker, Otterndorf

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13.00 – 14.30 Uhr        Mittagspause für alle drei Foren

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14.30 – 16.00 Uhr       

Workshop 1 "medical peace work":

Wie kommt „medical peace work“ ins Medizinstudium?
Internationale Beispiele, Erfahrungsaustausch und Ideenbörse für Studierende und Lehrende
Marion Birch, medact, London

Workshop 2 "medico international":

Kairo 2011 - Gesundheitsarbeit in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche
Dr. Andreas Wulff, medico international, Frankfurt
 
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16.00 – 16.30 Uhr    Kaffeepause

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16.30 -17.30 Uhr    Abschlussplenum: Ergebisse und Zusammenfassung 

Kollegienhaus, Raum 2.011, Universitätsstraße 15, Erlangen

Zur Rolle von Ärzten und anderen Gesundheitsberufen im Israel-Palästina-Konflikt
Dr. Izzeldin Abuelaish, Dalla Lana School of Public Health, University of Toronto

Kurzpräsentation "Medical Peace Work - das E-Learning Projekt"                  Moderation: Stephan Kolb, Nürnberg


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Sonntag, 16.10.2011

Ein Tag in Nürnberg …
Am Sonntag kehren wir zurück zu den Wurzeln von „Medizin und Gewissen“ nach Nürnberg. Die Stadt hat ihre Rolle in der NS-Zeit nicht geleugnet oder ignoriert, sondern sich intensiv, wenngleich kontrovers, damit auseinander gesetzt. Zahlreiche Initiativen der Stadt und aus der Bürgerschaft – auch aus der IPPNW-Regionalgruppe – stellten sich der Frage nach den Ursachen der Verstrickung Nürnbergs in das nationalsozialistische Unrechtssystem. So entstanden u.a. die Straße der Menschenrechte, der Internationale Menschenrechtspreis oder auch der "Runde Tisch Menschenrechte". Mit dem Verein Geschichte für alle e.V. haben Sie am Sonntag, den 16.10., die Möglichkeit, in diese Stadt einzutauchen, ganz nach Ihren Wünschen und Interessen. Die Führungen beginnen ab 11.00 Uhr. Die genauen Zeiten finden Sie im September im Internet. Folgende Führungen werden angeboten:

Memorium Nürnberger Prozesse
Führung durch die Dauerausstellung und den Saal 600

Die Nürnberger Prozesse gelten heute als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer internationalen Strafgerichtsbarkeit. In einem 60-minütigen Rundgang durch das Memorium wird deutlich, wie es dazu kam und was sich während der Prozesse im Einzelnen ereignete. Die zentralen Kapitel der Dokumentation spannen einen Bogen von den Anklagepunkten über die Prozessführung hin zu den Urteilen. In der zweiten Hälfte der Ausstellung werden zentrale Aspekte der Nachfolgeprozesse und die Entwicklung eines internationalen Völkerrechts bis heute deutlich.

Das ehemalige Reichsparteitagsgelände
Geländebegehung

"Reichsparteitage", "Nürnberger Gesetze" und "Nürnberger Prozesse" verbinden bis heute den Namen Nürnbergs mit der NS-Herrschaft. Der Rundgang zeigt die Reichsparteitage als gigantische Propagandashow und Kehrseite des Systems der Konzentrationslager, leistet aber auch einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Nutzung des Geländes.

Einmal quer durch Nürnberg
Stadtgeschichte im Überblick

Wer war eigentlich diese Sigena? Wer sind die Männlein, die da laufen? Was hat es mit Nürnberger Tand und Nürnberger Trichter auf sich? All diese Fragen können in einer Frage zusammengefasst werden: Wie wurde Nürnberg zu dem was es heute ist? Der Rundgang bietet einen Streifzug durch mehr als 950 Jahre Stadtgeschichte, nennt Ereignisse, stellt Personen vor und zeigt herausragende Sehenswürdigkeiten wie die Lorenzkirche, das Heilig-Geist-Spital und das Neue Museum.