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Margarete Mitscherlich
Prof. Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen, geboren 1916, ist Psychoanalytikerin, Ärztin und Schriftstellerin. Nach einem Medizin- und Literaturstudium absolvierte sie ihre psychoanalytische Ausbildung in Heidelberg, Stuttgart und London. Mit ihrem Ehemann, dem Psychoanalytiker und Sozialpsychologen Alexander Mitscherlich, leitete sie ab 1960 das neugegründete Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main. Das gemeinsam 1967 herausgegebene Werk "Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens" warf in tabubrechender Weise Fragen auf nach Schuld des Individuums und der Masse und der Abwehr gegen eine Vergangenheitsbewältigung der NS-Zeit. Von 1982 bis 1997 war Margarete Mitscherlich Herausgeberin der Zeitschrift "Psyche", sie ist Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung sowie des PEN-Zentrum Deutschland. Einige ihrer vielbeachteten Bücher waren "Müssen wir hassen?" (1972), "Das Ende der Vorbilder" (1978), "Die friedfertige Frau" (1985) sowie "Über die Mühsal der Emanzipation" (1990). Bis heute praktiziert Margarete Mitscherlich als Psychoanalytikerin. Die vielfach Geehrte und Ausgezeichnete erhielt unter anderem die Wilhelm-Leuschner-Medaille und im November 2005 den Tony-Sender-Preis der Stadt Frankfurt am Main für ihr jahrelanges frauenpolitisches Engagement und ihren Einsatz für die Gleichberechtigung.
