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Plenum 1

Sicherheitsrisiken in Klinik und Praxis

Martin Tschirsich

Was bedeutet Datenschutz? Was Datensicherheit? Bespiele für Risiken, die uns im Alltag begleiten.

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Die Digitalisierung ist seit vielen Jahren Teil der Medizin. Bereits heute ist eine moderne Gesundheitsversorgung ohne sie nicht mehr möglich. Darüber hinaus bietet sie großes Potenzial, die Versorgung noch effizienter und sicherer zu gestalten und auch die biomedizinische Forschung zu unterstützen. Höhere Datenqualität, Entscheidungsunterstützung, eine schnellere Translation der Erkenntnisse in die Versorgungsroutine zum Wohle der Patienten sowie die Einbindung von Patienten auf Augenhöhe in ihre Behandlung werden ermöglicht.

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Unter den Schlagworten Big Data, Digitalisierung, personalisierte Medizin und künstliche Intelligenz hat sich eine neue Welt entwickelt, die goldene Zeiten für unsere Gesundheitsversorgung verspricht, dafür aber die Eckpfeiler unseres wissenschaftlichen Denkens außer Kraft setzt.

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Die Mehrzahl der Apps – Applikationen, kleine Programme, die unter den Systemen iOS bzw. Android laufen – sind mehr oder weniger nützliche „Spielereien“ für gesunde Bürger. Schritte zählen, den Blutdruck eher ungenau bestimmen ist eher die Nebensache der App, weil das eigentliche Ziel die Gewinnung von Nutzerdaten für die bessere Vermarktung von Werbung ist, das Geschäftsmodell der Internetfirmen.
Hilfreiche Unterstützung für chronisch-erkrankte Patienten mittels App ist eher Mangelware. In nur wenigen Therapiefeldern wie Diabetes oder Adipositas ist der Nutzen für eine konsequente Veränderung des Lebensstils als Sekundär-Prävention nachgewiesen.

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Workshop V2

Alles Algorithmus oder was? Perspektiven für Arzt und Pflegepersonal

Indira Schmude-Basic, Prof. Dr. med. Wulf Dietrich

Indira Schmude-Basic: Die Multimorbidität und die psychischen Erkrankungen bei Pflegebedürftigen nehmen zu. Das führt zu Komplexität in der Versorgung und die Anforderungen an das Risikomanagement steigen. Der Gesetzgeber fordert zunehmend die Transparenz und die Vergleichbarkeit von den Leistungserbringern. Die Chance in der Digitalisierung liegt für die Pflegekräfte in einem guten Pflegedokumentationssystem. Wo sich Chancen auftun, verbergen sich auch Risiken. In einem Berufsumfeld, das auf der persönlichen Interaktion und der Beziehung zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekraft aufbaut, darf diese Interaktion nicht vernachlässigt werden. Zudem sind die sensiblen Bewohnerdaten zu achten und vor Missbrauch zu schützen (Datenschutz). Die Themen der Ethik (Menschenbild, Selbstbestimmung) und des Rechts (Freiheitsentzug/Einschränkung) müssen direkt in der digitalen Entwicklung einen festen Bestandteil haben. Nicht zuletzt ist die Frage der Finanzierung neuer Entwicklungen und deren Einführung in die Praxis zu klären.

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Eine erfolgreiche digitale Transformation erfordert nicht allein die technologischen Voraussetzungen (Netze, Anwendungen), sondern vor allem einen souveränen Umgang mit den neuen Möglichkeiten. Notwendig sind eine „digitale Ethik“ und „digitale Gesundheitskompetenz“.

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Der Behandlungsalltag lässt selten Zeit für die Beschäftigung mit der IT und noch weniger mit deren Sicherheit. Und selbst wenn, dann gibt es nie Gewissheit, alles richtig gemacht zu haben. Doch egal, ob Arztpraxis, Krankenhaus oder Pflegeheim: Mit zunehmender Abhängigkeit von der Technik stellen selbst einfache Datenpannen ein existenzbedrohendes Risiko dar.

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Workshop V5

Diagnose-Apps: Partner der Ärztin oder Arztersatz?

Dr. med. Herbert Kappauf

Die ersten Ansprechpartner bei Beschwerden sind immer weniger Hausärzte, sondern zunehmend Gesundheits-Apps im Sinne von KI-Chatbots. Diese Diagnose-Apps verändern den Praxisalltag und die Arzt-Patient-Beziehung. Kommt doch dann der Patient bereits mit einer Diagnose zum Arzt und die App hat dabei die ärztliche Lotsenfunktion übernommen.  Für Ärzte wird ein Zeitgewinn postuliert. Sie sollen schnell und sicher Diagnosen stellen und Zeit im – von Patienten fast immer als zu kurz beklagten - Patientenkontakt sparen.

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Workshop V6

Big Data und Datenschutz – Geht das?

Dr. med. Christiane Fischer, MPH

Big Data erweist sich erst dann als nutzbringend für die Gesundheitsvorsorge und die Medizin, wenn der oder die Einzelne als EigentümerIn seiner/ihrer Daten zu jedem Zeitpunkt entscheiden kann, wem er oder sie diese in welchem Umfang auch im Falle der Sekundärnutzung offenlegen will. Der Datenschutz und das Datenschutz-Gesetz bedürfen daher einer präzisen gesetzlichen Regelung mit geeigneten Schutzmechanismen und Gestaltungsstrategien, also einer Bestätigung und Ausweitung, die Datensparsamkeit und Zweckbindung beinhalten. Nur diese Instrumente gewährleisten einen Ausbau des Persönlichkeitsschutzes und des Datenschutzes. Diese müssen einen hohen Stellenwert auch gegenüber Forschungsinteressen behalten. Daher ist die Vorab-Analyse möglicher Folgen neuer Verfahren auf den Datenschutz und die Selbstbestimmung geboten (Datenschutz-Folgeabschätzung).

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In der heutigen Zeit müssen sich viele Berufsgruppen den Herausforderungen von digitalen Technologien stellen, selbstverständlich auch im Gesundheitswesen. Disruptive Entwicklungen, die das Selbst- und Werteverständnis, das Verhalten und die gesellschaftlichen Verhältnisse strukturell beeinflussen, verändern in Kombination mit mündigen und immer besser informierten PatientInnen das Berufsbild der ÄrztInnen und die Arzt-Patientenbeziehung grundlegend hin zu einem partnerschaftlichen Miteinander.

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Workshop N2

Quantified self – Von der Faszination, sich zu vermessen

Prof. Dr. phil. Silja Samerski

Die Vermessung von Fitness, Schlaf und Vitaldaten ist Alltag. Auch Sensoren und Apps zur Überwachung von Gehirnaktivität oder Emotionen werden bereits angeboten. Sie versprechen die Emanzipation von ärztlicher Bevormundung sowie Selbsterkenntnis und Selbstoptimierung.

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Der Workshop stellt die Bedeutung einer nachvollziehbaren Abbildung von medizinischem Wissen dar. Wie kann so eine Abbildung erreicht werden? Warum ist diese Abbildung wichtig für die Interoperatibilität? Wo sind die Grenzen? Welche aktuellen Diskussionen gibt es? Was hat das in der Behandlungssituation zu bedeuten?

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Die moderne evidenzbasierte Medizin geht von einer restlos rationalen Arzt-Patienten-Beziehung aus, gemäß folgendem Ideal: Der leitlinientreue Arzt ist jederzeit bereit, sein langjähriges Erfahrungswissen durch randomisierte Studien in Frage zu stellen und sein Handeln neu zu justieren. Gegenüber dem Patienten verhält sich dieser ärztliche Prototyp uneingeschränkt aufklärungsbereit und selbstredend „objektiv“. Der entsprechend evidenzbasiert und ausgewogen aufgeklärte Patient trifft – so die typische Schlussfolgerung – eine „qualifizierte informierte Entscheidung“ hinsichtlich seiner medizinischen Behandlung (SVR-Gutachten 2018: 458).

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Workshop N5

Medical App / Wellness App – alles Eins?

Wilfried Scherz

Eine Medical App gehört per Definiton zu der Gruppe der aktiven Medizinprodukte. Medizinprodukte sind alle einzelnen oder miteinander verbunden verwendeten Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Software oder andere Gegenstände.
Dies schließt die vom Hersteller zur Anwedung für diagnostische und/oder therapeuthische Zwecke bestimmte und für ein einwandfreies Funktionieren des Medizinproduktes eingesetzten Software mit ein.
Doch was ist der Unterschied zwischen einer Medical App und einer Wellness App? Anhand von Beispielen, den unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen und der Zweckbestimmung wird der Unterschied zwischen einer Medical- und einer Wellness-App erklärt.

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„Datenschutz ist was für Gesunde“ lautet die Kernaussage von Jens Spahn und Co-Autoren im Buch „App vom Arzt“. Doch was passiert, wenn Datenschutz und Datensicherheit nicht gewährleistet sind, haben Vorfälle in jüngster Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt: Kliniken wurden von Rettungsleitstellen abgemeldet und konnten keine Notfall-Patienten mehr aufnehmen, gestohlene Gesundheitsinformationen wurden in Diffamierungskampagnen eingesetzt und Patientenakten wurden durch Ärzte, Pflegekräfte und Klinikpersonal manipuliert, um nicht haften zu müssen.

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Presseecho

- Mehr Patienten-Daten bedeuten nicht unbedingt mehr Wissen
Bei der Tagung "Medizin und Gewissen" wurde der Digitale Fortschritt kritisch gesehen.
Nürnberger Nachrichten, 23.10.2019
- Nürnberger Ärztekongress warnt:
Medizin-Apps und Video-Doc: Gesunde Skepsis ist angebracht
Nürnberger Zeitung 19.10.2019
- Patientendaten sind allzu leichte Beute
IT-Sicherheitsexperte kritisiert unüberlegte Digitalisierung im Gesundheitswesen
Nürnberger Zeitung, 18.10.2019
- Spahn, die Digitalisierung und das Stockholm-Syndrom
Wissenschaft.de, 20.10.2019