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Workshop N4

Droge Arzt – Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit des Arztes

Dr. rer. soc. Irene Somm

Die moderne evidenzbasierte Medizin geht von einer restlos rationalen Arzt-Patienten-Beziehung aus, gemäß folgendem Ideal: Der leitlinientreue Arzt ist jederzeit bereit, sein langjähriges Erfahrungswissen durch randomisierte Studien in Frage zu stellen und sein Handeln neu zu justieren. Gegenüber dem Patienten verhält sich dieser ärztliche Prototyp uneingeschränkt aufklärungsbereit und selbstredend „objektiv“. Der entsprechend evidenzbasiert und ausgewogen aufgeklärte Patient trifft – so die typische Schlussfolgerung – eine „qualifizierte informierte Entscheidung“ hinsichtlich seiner medizinischen Behandlung (SVR-Gutachten 2018: 458).

Ein solches Verwissenschaftlichungsideal übersieht nicht nur das affektive Involvement des Patienten, sondern auch den subjektiven Faktor „Arzt“ – dieser soll im Workshop auf der Grundlage von Forschungsergebnissen konkretisiert werden. Gemeinsam wird abschließend diskutiert, welche Digialisierungsprozesse diesen subjektiven Faktor eher unterlaufen und welche durchaus Chancen bergen, die Wirksamkeit des Arzt-Patienten-Kontakts zu steigern.

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Presseecho

- Mehr Patienten-Daten bedeuten nicht unbedingt mehr Wissen
Bei der Tagung "Medizin und Gewissen" wurde der Digitale Fortschritt kritisch gesehen.
Nürnberger Nachrichten, 23.10.2019
- Nürnberger Ärztekongress warnt:
Medizin-Apps und Video-Doc: Gesunde Skepsis ist angebracht
Nürnberger Zeitung 19.10.2019
- Patientendaten sind allzu leichte Beute
IT-Sicherheitsexperte kritisiert unüberlegte Digitalisierung im Gesundheitswesen
Nürnberger Zeitung, 18.10.2019
- Spahn, die Digitalisierung und das Stockholm-Syndrom
Wissenschaft.de, 20.10.2019