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Workshop N6

Elektronische Gesundheitsakte und Big Data – Wo bleiben Datenschutz und Patientensicherheit?

Martin Tschirsich

„Datenschutz ist was für Gesunde“ lautet die Kernaussage von Jens Spahn und Co-Autoren im Buch „App vom Arzt“. Doch was passiert, wenn Datenschutz und Datensicherheit nicht gewährleistet sind, haben Vorfälle in jüngster Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt: Kliniken wurden von Rettungsleitstellen abgemeldet und konnten keine Notfall-Patienten mehr aufnehmen, gestohlene Gesundheitsinformationen wurden in Diffamierungskampagnen eingesetzt und Patientenakten wurden durch Ärzte, Pflegekräfte und Klinikpersonal manipuliert, um nicht haften zu müssen.

Spahn ist inzwischen Gesundheitsminister und treibende Kraft hinter der elektronischen Patientenakte, welche ab 2021 die Befunde und Diagnosen von bis zu 70 Millionen gesetzlich Versicherten zentral speichern und online verfügbar machen soll.

In diesem Workshop wird zunächst die Sicherheitsarchitektur dieser lebenslänglichen Akte vorgestellt, um daran die wichtigsten Bedrohungen und Risiken aufzuzeigen. Mit Blick auf das Digitale Versorgung-Gesetz und die geplante „App vom Arzt“ werden die grundsätzlichen Schwierigkeiten im Umgang mit der Informationssicherheit von digitalen Apps und Akten dargelegt. Abschließend werden Handlungsempfehlungen und Forderungen für sichere digitale Gesundheitsanwendungen abgeleitet, denn es gilt: „Datensicherheit ist Patientensicherheit“.
 

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Presseecho

- Mehr Patienten-Daten bedeuten nicht unbedingt mehr Wissen
Bei der Tagung "Medizin und Gewissen" wurde der Digitale Fortschritt kritisch gesehen.
Nürnberger Nachrichten, 23.10.2019
- Nürnberger Ärztekongress warnt:
Medizin-Apps und Video-Doc: Gesunde Skepsis ist angebracht
Nürnberger Zeitung 19.10.2019
- Patientendaten sind allzu leichte Beute
IT-Sicherheitsexperte kritisiert unüberlegte Digitalisierung im Gesundheitswesen
Nürnberger Zeitung, 18.10.2019
- Spahn, die Digitalisierung und das Stockholm-Syndrom
Wissenschaft.de, 20.10.2019