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Workshop N1

Wie verändern Digitalisierungsprozesse die Arzt-Patienten-Beziehung?

Dr. med. Veit Wambach

In der heutigen Zeit müssen sich viele Berufsgruppen den Herausforderungen von digitalen Technologien stellen, selbstverständlich auch im Gesundheitswesen. Disruptive Entwicklungen, die das Selbst- und Werteverständnis, das Verhalten und die gesellschaftlichen Verhältnisse strukturell beeinflussen, verändern in Kombination mit mündigen und immer besser informierten PatientInnen das Berufsbild der ÄrztInnen und die Arzt-Patientenbeziehung grundlegend hin zu einem partnerschaftlichen Miteinander.

Ein kontinuierlich wachsender Markt für digitale Versorgungsangebote und PatientInnen, die eng in den Entscheidungsvorgang mit eingebunden werden wollen, stellen die Ärzteschaft vor Herausforderungen. In Zukunft werden sich die Anforderungen für ÄrztInnen immer stärker in Richtung Kommunikationsfähigkeit richten. Um den Bedürfnissen des mündigen Patienten gerecht zu werden, ist es notwendig Empathie zu zeigen, sich in ihn hineinversetzen zu können und bereit für Kooperationen zu sein. Zentrale Aufgabe von erfolgreichen ÄrztInnen wird eine individualisierte, kultur- und schichtsensible Kommunikation zwischen Arzt und Patient sein.

Entscheidungsunterstützung durch Einbindung ärztlicher Expertise wird an Bedeutung gewinnen, denn PatientInnen haben oft kein Informationsdefizit, wohl aber ein Defizit im Bereich der Entscheidungskompetenz: Die Bedeutung von ÄrztInnen ändert sich, wird aber gesamthaft steigen.

Arriba und mediQuu sind bereits jetzt innovative Beispiele, welche im Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz eG zum Einsatz kommen. Sie fördern die Kommunikation und Zusammenarbeit aller am Behandlungsprozess Beteiligten. Auch im Bereich der Digitalisierung sind wie in jedem Fall die Chancen den Risiken gegenüberzustellen und ein möglicher Nutzen wohlüberlegt abzuschätzen.

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Presseecho

- Mehr Patienten-Daten bedeuten nicht unbedingt mehr Wissen
Bei der Tagung "Medizin und Gewissen" wurde der Digitale Fortschritt kritisch gesehen.
Nürnberger Nachrichten, 23.10.2019
- Nürnberger Ärztekongress warnt:
Medizin-Apps und Video-Doc: Gesunde Skepsis ist angebracht
Nürnberger Zeitung 19.10.2019
- Patientendaten sind allzu leichte Beute
IT-Sicherheitsexperte kritisiert unüberlegte Digitalisierung im Gesundheitswesen
Nürnberger Zeitung, 18.10.2019
- Spahn, die Digitalisierung und das Stockholm-Syndrom
Wissenschaft.de, 20.10.2019